SOKOS















Feuerwehren in Österreich

"Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr" - auf vielen Feuerwehrhäusern und Fahnen kann man diesen alten Feuerwehrleitsatz geschrieben sehen. Und oft auch sieht man ein Bildnis des Schutzpatrons der Feuerwehrleute (und der Rauchfangkehrer, Bierbrauer, Hafner, Schmiede, Töpfer und Binder, auch neben dem alten Hl Leopold jüngster - seit 2004 - Schutzheiliger eines ganzen Bundeslandes, nämlich OÖ) angebracht, den heiligen Florian, meist wie er übergroß neben einem brennenden Haus steht und mit einem Wasserguss die lodernden Flammen löscht. Auch das inbrünstige, wenn auch nicht ganz ernstgemeinte Stoßgebet feuerbedrängter Mensch- en kennen wir: "Heiliger St. Florian, beschütz mein Haus, zünd's andre an ...!" Viel zu tun also für den vor 1700 Jahren von den Römern wegen seines christlichen Glaubens in der Enns ertränkten Beamten und Schutzheiligen.
Abseits von Stoßgebeten um Hilfe vor Feuersnöten sagen aber Wissenschafter, der größte Schritt in der Geschichte der Menscheit war getan, als der Mensch das Feuer zähmte und es sich nutzbar machte. Denn genau dieser Schritt machte den Unterschied zwischen den Menschen und seinen tierischen "Verwandten" aus. Jede menschliche und durch Menschengehirn erdachte technische Entwicklung darnach bis hin zum Flug auf den Mond sei nur mehr eine Folge der Zähmung des Feuers gewesen. Da das Feuer aber wie ein Raubtier mit seiner Zähmung nichts von seiner Gefährlichkeit verlor, bildete sich im Laufe der Zeit eine Gruppe von Spezialisten, die wie Dompteure das Wesen des Feuers studierten (und noch immer studieren), Regeln zur Vermeidung von Feuerausbrüchen aufstellten und die besten Brandbekämpfungsmethoden erdachten und erprobten: Die Feuerwehrleute.
Man sollte meinen, dabei stand der Schutz des Lebens und der Gesundheit der Menschen im Vor-

dergrund. Doch dieser war früher zweitrangig (siehe auch: Die Geschichte der Wiener Rettung), sondern immens wichtig war in erster Linie der Schutz von Hab und Gut der Menschen. Erst im Laufe der Jahre kam auch der Schutzgedanke für Leben und Gesundheit hinzu und es entwickelten sich neben den Feuerwehren weitere Gruppen von beruflichen Brandvermeidern. Zum Beispiel die Rauchfangkehrer, aber auch Ofensetzer und Heizungsinstallateure wissen über Brandvermei- dung sehr viel. Heute treten sie meist gemeinsam auf, wenn es um die Beurteilung und Begutach- tung der feuerpolizeilicher Sicherheit zum Schutz von Menschen und von Gebäuden geht.

Die Feuerwehr(en) in Wien

Fragt man einen "alten" Wiener, welcher Art die Feuerwehr in Wien sei - tief überzeugt behauptet er, in Wien sei ausschließlich eine Berufsfeuer- wehr am Werk. Und doch gibt es auch zwei Freiwillige Feuerwehren, nämlich im Wiener Stadtteil Süssenbrunn. Diese haben sich so wie in vielen anderen österreichischen Gemeinden vor gut 100 Jahren gebildet. Nach der Eingemeindung dieses Stadtteiles hat sich die Süssenbrunner FFW der völligen Einbindung in die Berufsfeuerwehr widersetzt und ist bis heute "freiwillig" geblieben.
Als ernsthafte Vorläufer der Wiener Berufsfeuer- wehr kann man die bezahlten Feuerknechte ansehen, welche 1685 eingestellt wurden und die schon damals im Zeughaus "Am Hof" einquartiert waren. In einer schriftlichen "Instruction" sind Aufgaben und Wochenlohn für die Feuerknechte festgelegt. Natürlich kannte man damals weder die Idee noch die Bezeichnung "Feuerwehr". Es dauerte auch noch lange, bis es eine einheitliche Kleidung für die Feuersknechte gab, nämlich erst ab 1786.
In früheren Jahrhunderten entstand oft viel Not und Leid dadurch, dass ganze Dörfer und Städte abbrannten, weil aus Unachtsamkeit in einem