SOKOS















en Vorbild "mouches" genannt, beigegeben.
Eine große Polizeireform gab es unter Kaiser Josef den II. Viele polizeifremde Verwaltungsaufgaben wurden dem Wiener Stadtrat zugewiesen, die wichtigste Aufgabe der neugeschaffenen Polizei- Oberdirektion lag in der "geschwinden und sicheren Entdeckung und Habhaftwerdung der in Lande vorhandenen und von auswärts einge- schlichenen Verbrecher ...." Ist es diese Formulierung der Dienstanweisung für die Polizei-Oberdirektion nicht wert, ein zweites und drittes Mal gelesen zu werden, um den Wortsinn sich so richtig zu verinnerlichen? Zu diesem Behufe (um bei der lieblichen Formulierung zu verweilen) wurde aber auch der "Geheime Dienst" eingerichtet, welcher mit der Sicherung der Staatssicherheit in Wien und den Kronländern betraut wurde. Unter Kaiser Josefs Nachfolger Leopold II wurden 1791 wurden in Wien bereits zwölf Polizeibezirksdirektionen eingerichtet, wel- che allesamt der Polizei-Oberdirektion unterstellt waren. Unter dem Eindruck der französischen Revolution wurde 1793 die "Polizeihofstelle" zur Wahrnehmung der staats- polizeilichen Aufgaben eingerichtet. Von dieser Dienststelle wurden sogenannte Vertraute angeworben, welche hauptsächlich die strengen Zensurbestimmungen zu beobachten hatten. Die Wiener Bevölkerung hatten für die "Vertrauten" übrigens eine eigene Bezeichnung kreiert. Sie nannten sie einfach "Naderer" ... Dieses Zensur- und Spitzelwesen war eine der meistgehasstesten Einrichtungen in Wien und einer der Hauptzielpunkte in der Märzrevolution des Jahres 1848.
Die Militärpolizei musste infolge der revolutionären Ereignisse vorerst einmal aufgelöst werden, eine bürgerliche Wache übernahm die Wahrnehmung des Sicherheitsdienstes für die Stadt. Im Jahr 1850 wurde über Auftrag des Kaisers von General Johann Freiherr Kempen von Fichtenstamm das Gendarmeriekorps als Landessicherheitswache geschaffen. Nun wurde Kempen auch mit der Neuorganisation der Polizeibehörde beauftragt und bereits 1852 war auch diese Aufgabe bewerkstel-

ligt. Wieder erfüllte eine "Militärpolizeiwache" und eine "Zivilpolizeiwache" den Exekutivdienst. 1859 wurde die Oberste Polizeibehörde aufgelöst, es wurde ein eigenes Polizeiministerium geschaffen, welches aber bald darauf vom "Ministerium für Landesverteidigung und öffentliche Sicherheit" abgelöst wurde. 1870 wurde daraus das "k.k. Ministerium des Inneren".
Die Wiener Bevölkerung hatte nach den revolutionären Ereignissen im März 1848 ein besonders distanziertes Verhältnis zur Obrigkeit. Die neu geschaffene Militärpolizei wurde von den Wienern verächtlich "Zarruck-Polizei" genannt. Dies hatte ihren Grund darin, dass die Militärpolizei ihre Mitglieder aus allen Teilen der Monarchie rekrutiert hatte und viele Wiener Militärpolizisten der deutschen Sprache gar nicht mächtig waren. Wurden sie für Ordnungsdienst oder sonstigen Ereignissen eingesetzt, so konnten sich diese Polisten meist nur mit einem "Zarruck" für "Zurück" verständigen. Wieder einmal hatten die Wiener - wie schon so oft - den Leuten "auf's Maul g'schaut".
Schon 1869 wurde die ungeliebte "Zarruck-Polizei" wieder aufgelöst und die neue "k.k. Wiener Sicherheitswache" eingesetzt. Mit der neuen Sicherheitswache aber hatten die Verantwortlichen wirklich einen Polizeikörper geschaffen, der sehr modern war und weltweit als Vorbild galt. Aus allen Teilen der Welt kamen Politiker und Polizeiführer, um sich Organisation und Schulung der Wiener Polizisten anzusehen.
So wurden u.a. in der Zwischenkriegszeit 100 chinesische Polizisten in Wien ausgebildet. Als vorbildhaft galt auch die Ausbildung und der Einsatz von Polizeihunden und viele Polizisten aus aller Welt lernten hier den Umgang mit Polizeihunden. Als vor gut 30 Jahren die Com- putertechnik immer mehr vordrängte, war wiederum die Polizei in Wien führend im Einsatz dieser neuen Technik. Als die neue Poli- zeidirektion Mitte der 70er Jahre am Schottenring fertiggestellt wurde, galt ihre technische und elektronische Ausrüstung jahrelang als die mod-